Richtig Zähne putzen

Zähneputzen ist unbestritten die wirkungsvollste Maßnahme zur Vorbeugung von Karies und Zahnfleischentzündungen. Doch mit einer schlechten Zahnbürste und der falschen Putztechnik kommt man nicht weit: Bei der täglichen Mundhygiene bleiben dann bis zu 33 Prozent aller Zahnflächen ungeputzt und die Zahnzwischenräume werden nicht erreicht. Deshalb hilft nur das Zusammenspiel einer guten Zahnbürste mit einer erprobten Zahnputztechnik, ergänzt durch die Nutzung anderer Interdental-Pflegeprodukte, z.B. Zahnseide und Mundspülungen.

Egal ob für Kinder oder Erwachsene – eine systematische Reinigungsmethode ist wichtig. Auf gar keinen Fall sollte mit hohem Druck geputzt oder hin und her „geschrubbt“ werden. Die kritischen Stellen beim Zähneputzen sind die Zahnzwischenräume, an die man am schlechtesten herankommt. Werden sie nicht ausreichend von Zucker und Speiseresten gesäubert, nisten sich schnell kariesverursachende Bakterien ein. Am besten reinigen Sie Ihre Zähne, indem Sie eine geeignete Putztechnik anwenden, z.B. die Bass-Technik, eine Methode, bei der mit einer Handzahnbürste gerüttelt und gerollt wird.

Bass-Technik

Hierzu wird die Zahnbürste im 45° Winkel an das Zahnfleisch und die Zähne angelegt. Drücken Sie die Borsten leicht gegen Zähne und Zahnfleisch und führen Sie kleine, rüttelnde Hin- und Herbewegungen von einer halben Zahnbreite durch. So werden die Zahnbeläge gelockert und gründlich und schonend entfernt. Führen Sie pro Zahnabschnitt mindesten 10 Rüttelbewegungen durch. Eine (wirksamere) Alternative ist die Verwendung einer elektrischen Zahnbürste, die die Vibrationen ohne Ihr Zutun ausführt.

Ob per Hand oder elektrisch: Reinigen Sie Ihre Zähne immer in der gleichen Reihenfolge – z.B. zuerst die Außenflächen, dann die Innenflächen und zuletzt die Kauflächen.

Worauf muss ich achten?

Druck, Dauer & Technik: Der Putzdruck sollte etwa 100 g betragen. Das ist viel weniger, als man denkt (Wer Lust hat, kann einmal mit einer Küchenwage feststellen, wie wenig 100 Gramm Druck sind). Entscheidend für eine gute Reinigung ist aber nicht der Putzdruck, sondern vor allem die Putzdauer und die richtige Putztechnik.

Wie oft und wie lange? Am wirkungsvollsten ist es, 2–3 Mal täglich nach den Mahlzeiten zu putzen. Auch wenn Ihnen das lang vorkommt: Um alle Plaquereste zu entfernen, sollten Sie mindestens 2–3 Minuten durchhalten.

Übrigens: Neuere Studien haben ergeben, dass es besser ist, nach den Mahlzeiten eine gute halbe Stunde mit dem Putzen zu warten, insbesondere wenn Sie säurehaltige Nahrungsmittel wie z. B. Orangensaft zu sich genommen haben. Der Grund? Die Säure löst Mineralien aus dem Zahn, die der Körper normalerweise wieder einbauen kann. Das Zähneputzen spült sie dagegen endgültig fort.

Mundhygiene

Wenn es um die Beseitigung von hartnäckigen bakteriellen Zahnbelägen geht, ist es mit der gründlichen Zahnpflege in den eigenen vier Wänden oftmals nicht getan. Um Zähne und Zahnfleisch gesund zu erhalten, sollte in regelmäßigen Abständen eine professionelle Mundhygiene in einer zahnärztlichen Ordination erfolgen.

Welche Schritte umfasst eine professionelle Mundhygiene?

Der Zahnarzt führt zunächst ein Erstgespräch und stellt nach einer gründlichen Untersuchung des Gebisses eine vorläufige Diagnose.

Ein abgeschlossenes Mundhygiene-Programm – das heißt, die Zähne sind weitestgehend sauber, frei von Biofilm und das Zahnfleisch blutet nicht mehr – ist Voraussetzung für jede zahnärztliche Tätigkeit (Ausnahmen bilden natürlich akute Schmerz- und Unfallpatienten). Bei blutendem Zahnfleisch, Zahnstein, etc. kann keine qualitativ hochwertige Zahnheilkunde gewährleistet werden.

Wie wird die Hygienefähigkeit hergestellt?

Die Hygienefähigkeit bildet die Voraussetzung dafür, dass die Patienten mit ihren Mundhygienehilfen in den eigenen vier Wänden erfolgreich sein können. Folgende Schritte sind hierzu erforderlich:

  • Unter Verwendung von Spezialinstrumenten wird Zahnstein über dem Zahnfleisch und Zahnstein unter dem Zahnfleisch professionell und genau entfernt.
  • Überstehende Füllungen und zahntechnische Arbeiten müssen ebenso korrigiert werden wie schlechte Kontaktpunkte oder Zahnzwischenräume zahnärztlicher Arbeiten, die z.B. die Verwendung von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen unmöglich machen.
  • Mithilfe spezieller Bürsten, Gummi-Keile und Prophylaxe-Pasten werden die Zahnoberflächen poliert. Das Ergebnis sind glatte Oberflächen, an denen sich Biofilm weniger leicht bilden kann.
  • Auf die Zähne wird fluoridiertes Gel aufgetragen. Dies fördert die Remineralisierung der Zähne, macht sie widerstandsfähiger gegen Säureangriffe und schützt sie vor Überempfindlichkeiten.

Wenn die Patienten zu effektiver Mundhygiene motiviert werden, sowie die Hygienefähigkeit hergestellt wird, können bestehende Krankheitsverläufe praktisch bei allen Patienten gestoppt werden. Initiale Karies kann remineralisiert werden und Zahnfleischerkrankungen heilen durch Entfernung des verursachenden Biofilms aus.

Bei entsprechender Mitarbeit und regelmäßigem Recall – der Situation der Patienten angepasste Kontrolluntersuchungen mit professioneller Reinigung – sollten die Zähne lebenslänglich ästhetisch, gesund und funktionstüchtig erhalten werden.

mundhygiene

Fissurenversiegelung

Zähne haben zerklüftete Oberfläche und diese sind besonders kariesgefährdet. In diesen Rillen und Vertiefungen, den so genannten Fissuren, sammeln sich die Bakterien gerne, weil sie hier im Warmen gut leben können. Eine Versiegelung der Fissuren kann das Eindringen der Bakterien und damit die Kariesanfälligkeit für viele Jahre erheblich vermindern.

Während sich die glatten Zahnflächen in der Regel leicht putzen lassen, sorgt die unregelmäßige Struktur der Kauflächen öfter für Probleme. Die Zahnbürste kommt zwar gut über Höcker und breite Vertiefungen, tiefe Einkerbungen und Grübchen sind jedoch schwierig zu reinigen. Selbst bei guter Mundhygiene kann es vorkommen, dass Essensreste und kariesfördernde Bakterien in den Zahnvertiefungen verbleiben.

Besonders bei Kindern sind diese Bereiche am häufigsten kariesgefährdet. Deshalb sollten stark zerklüftete Zähne auch möglichst frühzeitig versiegelt werden.

Die Arbeitsschritte beim Versiegeln

Bei einer Versiegelung werden die Fissuren mit einem speziellen Material (in der Regel Kunststoff) verschlossen. Das verhindert das Eindringen von Bakterien und damit das Entstehen von Fissurenkaries.

Da das Versiegelungsmaterial weder auf feuchtem noch auf glattem Untergrund haften kann, sind Vorbereitungen notwendig. Zunächst reinigt der Zahnarzt gründlich die betreffende Zahnoberfläche. Dann muss der Zahn rundum trocken gelegt werden. Dazu schirmt der Zahnarzt den Zahn mit Watteröllchen gegen den Speichel ab.

Als nächstes behandelt er den Zahnschmelz der Fissur und der unmittelbaren Umgebung mit einer schwachen Säure, so dass eine angeraute Oberfläche entsteht.

Ist der Zahn gut vorbereitet und trocken, trägt der Zahnarzt das Versiegelungsmaterial dünn auf. Anschließend muss der Versiegler aushärten. Je nach Eigenschaft des Kunststoffes geschieht dies mit oder ohne Einsatz eines speziellen Lichtes, das direkt auf den Zahn gerichtet ist. Nach der Aushärtung prüft der Zahnarzt, ob die Kauflächen gut aufeinander passen, gegebenenfalls gleicht er Unebenheiten durch Politur aus. Zum Schluss der Behandlung wird der Zahn fluoridiert.

Die ganze Behandlung dauert zwischen 15 und 30 Minuten.

 

Weiterführende Informationen zur Fissurrenversiegelung

Paradontalbehandlung

Parodontitis ist eine weit verbreitete Erkrankung des Zahnbettes. Sie führt unbehandelt langfristig zur Lockerung und zum Verlust der betroffenen Zähne.

Symptome:

  • ist Ihr Zahnfleisch gerötet und geschwollen?
  • blutet es, wenn Sie die Zähne putzen oder in einen Apfel beißen?
  • haben Sie den Eindruck, dass Zähne länger werden?

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten, müssen Sie Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch vom Zahnarzt untersuchen lassen. Die genannten Symptome weisen eindeutig darauf hin, dass Sie eine Zahnfleischentzündung oder eine Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis) haben.
paradontal
Über 80% der Erwachsenen sind von einer Erkrankung des Zahnhalteapparates betroffen. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass die Folgen einer Parodontitis nicht nur auf Mund und Zähne sich beschränken, sondern an Parodontitis Erkrankte ein höheres Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko haben.

Die Behandlung:

  • Diagnose: Untersuchung der Zähne und des Zahnfleisches, Messung der Taschentiefen, Feststellung der Lockerungsgrade, Röntgenaufnahmen (evt. Bakterienbestimmung?.
  • Vorbehandlung durch die Prophylaxeassistentin: Entfernung von Zahnstein und Belägen sowie Politur der Zähne und Füllungen, Motivation zur Mundhygiene und Üben der richtigen Zahnputztechnik. Tipps zur Mundpflege und zahngesunden Ernährung.
  • Behandlung durch den Zahnarzt: Sorgfältige Reinigung und Glättung der Wurzeloberflächen, Beseitigung von überstehenden Füllungs- und Kronenrändern, gegebenenfalls. chirurgische Maßnahmen zur Wiederherstellung des Knochens und des Zahnfleisches. Diese Behandlung erfolgt in der Regel in mehreren Sitzungen und natürlich unter örtlicher Betäubung. In Einzelfällen können Antibiotika notwendig sein.
  • Nachbehandlung und Kontrolle durch Zahnarzt und Prophylaxeassistentin: Nur durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung kann ein Wiederaufflammen der Parodontitis verhindert werden. Man weiß heute, dass ca. 30% der Zahnoberflächen selbst bei guter häuslicher Zahnpflege nicht erreicht werden können. An diesen Stellen sammeln sich wieder bakterielle Beläge an, die zu erneuten Entzündungen führen können.

Wir verfügen in unserer Praxis über eine langjährige Erfahrung in der Parodontalbehandlung und bilden uns laufend auf diesem Gebiet fort. Durch regelmäßige Fortbildungen garantieren Ihnen Zahnarzt und Prophylaxeassistentin eine Behandlung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Laserbehandlung

Die Photo Dynamische Therapie, auch PDT genannt, ist eine neue, viele Bereiche der Medizin revolutionierende Behandlungsmethode. Das Grundprinzip ist eine Anfärbung des Gewebes und damit der dort die Infektion verursachenden Bakterien, z.B. infizierte Wundflächen, entzündete Zahntaschen bei Parodontitis, aber auch Fieberblasen und sogenannte Aphten.
Die Bakterien nehmen den Farbstoff auf und beim Auftreffen des speziellen Laserlichtes zerplatzen sie – Keimfreiheit ist die Folge.

Der Vorteil für den Patienten liegt in erster Linie darin, dass tage- und wochenlanges Schlucken von Antibiotika mit allen Nebenwirkungen wie Durchfällen oder auch Pikzerkrankungen erspart bleiben.

Ein weiteres Einsatzgebiet ist die zahnärztliche Chirurgie:
Nach Implantationen oder anderen chirurgischen Eingriffen, erfolgt in aller Regel eine beschleunigte und vor allem für den Patienten wesentlich schmerzfreiere Wundheilungsphase durch die Anwendung der Laserbehandlung

Anwendungsbereich Parodontitis:

Bei einer Paradontitis wird das entzündete Gewebe mit Spezialfarbstoff eingefärbtund anschließend mit dem Laser bestrahlt. Die Bakterien werden vernichtet und nach kurzer Zeit ist das ganze Areal entzündungsfrei, wochenlanges Antibiotika schlucken bleibt erspart.

Regulierende Wirkung auf Durchblutung und Regeneration des Gewebes

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd
  • abschwellend durch Aktivierung des Lymphabflusses
  • Zellwachstum wird angeregt
  • Wundheilung wird beschleunigt

Antimikrobielle photodynamische Therapie

Indikationen zur photodynamischen Therapie:

  • Parodontitis (entzündete Taschen rund um die Zahnwurzel)
  • Periimplantits (Entzündung bei Implantaten)
  • Dentitio difficilis (Entzündungen im Bereich der Weisheitszähne)
  • Wurzelbehandlungen
  • Operationen

Die antimikrobielle photodynamische Therapie ist schmerzlos, nebenwirkungsfrei und durch sie sind oft chirurgische Interventionen oder Antibiotikagaben nicht notwendig. Die nachhaltige Reduktion pathogener Keime – der Hauptverursacher von Parodontitis und Periimplantitis – ist die Hauptwirkung der Photodynamischen Therapie.

In der Regel ist schon mit einer einmaligen Anwendung ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Bei rezidivierenden Taschenentzündungen ist aber auch eine mehrmalige Anwendung anzuraten.